Paralleluniversen des Bewusstseins- anhören

von Nicole Paskow

 

Das Leben hat keinen anderen Grund, als die vollständige Erfahrung seines Selbst zu machen. Dies wurde mir neulich besonders deutlich, als ich beim Mittagessen in einem Restaurant saß. An einem weiter entfernten Tisch unterhielten sich zwei Männer so laut, dass jeder im Raum erfahren konnte, dass es sich um zwei Ärzte handelte, die ein medizinisches Problem diskutierten. Plötzlich wurde mir bewusst, was Paralleluniversen sind. Diese beiden Männer lebten ein Leben, von dem ich nur in diesem Moment erfuhr, als sich unsere Universen für die Dauer unseres Aufenthalts im Restaurant kreuzten. Sobald ich das Lokal verließ, waren sie wieder aus meiner Wahrnehmung entschwunden. 

Die Welt als Frequenz der Wahrnehmung

Die Idee der Multiversen kann nur deshalb entstehen, weil jeder Mensch ein eigenes Universum ist. Wir tauchen in die Wirklichkeit des anderen nur dann ein, wenn sich unsere Frequenzen überlappen. Wir empfangen uns gegenseitig wie Radiosender – klar und verständlich nur auf der Frequenz, auf die wir eingestellt sind. So erklärt sich, warum wir manche Menschen niemals bewusst wahrnehmen und anderen immer wieder begegnen. Jeder Mensch ist eine eigene Realität, eine einzigartige Perspektive auf die Welt, ein Kegel aus Licht in der Dunkelheit, der sich mal mit anderen überschneidet, mal nicht.

Die Illusion der Trennung

Normalerweise fällt uns nicht auf, dass jeder von uns eine individuelle Perspektive hat, weil wir uns als getrennt von der Welt erleben, die wir vor Augen haben. Doch in Wahrheit entsteht unsere gesamte Wahrnehmung aus der Perspektive, die wir selbst sind. Alles, was in unserer Welt auftaucht, entspricht dieser Perspektive. Solange wir das nicht erkennen, glauben wir, dass wir uns an andere Menschen anpassen müssen, ihre Anerkennung brauchen, ihre Bestätigung suchen und uns von ihrem Urteil beeinflussen lassen. Ihre Nichtbestätigung lässt uns zweifeln, ihr Lob gibt uns Halt. Doch genau hier setzt der Bewusstseinsweg an: Er führt zur Erkenntnis, dass jeder Mensch eine einzigartige Perspektive hat, die in etwas eingebettet ist, das um all diese Perspektiven weiß – das Bewusstseinsfeld.

Die Erkenntnis des Sehenden

Dieses Bewusstseinsfeld ist das Fundament aller Perspektiven. Es ist das, was sich selbst erfährt. Sobald ich erkenne, dass ich eine Brille trage, durch die ich die Welt sehe, begreife ich auch, wer ich ohne diese Brille bin: das sehende Selbst. Die ultimative Erkenntnis ist dann, dass das, was sieht, nur das sehen kann, was in seinem Blickfeld liegt – und dass beides letztlich eins ist. (Es erschafft die sinnlich wahrnehmbare Information, die es bereits ist) Ich nehme nur das wahr, was mit meiner Perspektive in Resonanz steht. Die beiden Ärzte am Nebentisch existieren für mich erst in dem Moment, in dem ich sie wahrnehme. Die Frage, ob sie auch außerhalb meiner Wahrnehmung existieren, bleibt offen.

Die Spiegelung des Selbst

Im Grunde spiegeln wir uns alle gegenseitig, endlos und ohne Anfang oder Ende. Je klarer mir meine eigene Perspektive wird, je weniger ich davon verdränge oder in die Nichtwahrnehmung verbanne – sei es durch das Verdrängen von Gefühlen oder Gedanken – desto schärfer wird das Bild meines Lebens. Umso mehr kann ich es bewusst und erlöst erfahren.

Das Enneagramm als Werkzeug der Perspektiven

Jeder Mensch kann für sich erforschen, warum er die Welt so sieht, wie er sie sieht. Und er kann erkennen, dass niemand die Welt so sieht, wie er es will, sondern nur so, wie es seiner eigenen Perspektive entspricht. Das Wissen um diese individuellen Wahrnehmungen schafft Verständnis, Harmonie und Frieden, anstelle von Streit und Krieg.

Das Enneagramm ist ein faszinierendes Werkzeug, das diese individuellen Perspektiven sichtbar macht. Es zeigt die verzerrten Sichtweisen, durch die wir die Welt erleben, und ermöglicht uns Alternativen zu erkennen. Dadurch gelangen wir in eine vollständige Erfahrung unseres Selbst – emotional stabil, geistig frei, energetisch kraftvoll. Erst in dieser Freiheit haben wir einen ungetrübten Blick für das, was wir wirklich sind. Erst dann tauchen Fragen auf, die weitreichende Antworten ermöglichen: Wer bin ich? Was ist das hier? Diese Fragen sind jedoch nicht die ersten, sondern die letzten, die sich stellen.

Denn am Anfang stehen oft andere Fragen: Warum geht es mir nicht gut? Warum leide ich so sehr an mir selbst und der Welt? Diese Fragen müssen tiefgehend beantwortet werden, bevor wir bereit sind, unsere Universen zu verlassen, um den Blick in das zu richten, was uns hervorbringt.

Die Herausforderung des Bewusstseinsweges

Das Erforschen des Bewusstseins ist vergleichbar mit der Arbeit eines Astronauten auf der ISS. Er weiß, dass sein Job kein normaler ist. Jederzeit kann es lebensgefährlich werden. Genauso ergeht es dem, der wirklich wissen will, was Bewusstsein ist. Es führt in die tiefsten Ängste, in das Erleben des Abgrunds, der sich jedem ernsthaften Suchenden auftut. Wer sich diesem Abgrund stellt, kann das letzte Hindernis überwinden – die Angst vor dem eigenen Verschwinden.

Das Enneagramm und der Weg zur Befreiung

Das Enneagramm macht diesen Prozess nachvollziehbar:

  • An Punkt 9 geschieht der Verlust des Seinskontakts, wenn wir in dieses Leben treten.
  • An Punkt 6 wird diese Trennung zur existenziellen Angst.
  • An Punkt 3 entsteht daraus ein falsches Selbstbild, an dem wir uns festhalten. Ein Schein-Sein, das wie ein Abziehbild der Wahrheit aussieht.

Doch genau hier liegt der Schlüssel zur Befreiung. Wenn wir die Angst hinter uns lassen, führt uns das Enneagramm in die strahlende Leere, in eine allumfassende Harmonie und in die Liebe, die keine Grenzen mehr kennt. Der Bewusstwerdungsprozess zeigt uns, dass wir keine Angst vor uns selbst haben müssen.

Die Illusion der Angst und die wahre Freiheit

Die größte Illusion, der wir unterliegen, ist die Angst vor dem Tod. Doch in Wahrheit ist es nicht der Tod, der uns bedroht, sondern das, was wir als unser „Ich“ festhalten. Die alte Weisheit bleibt gültig: Wer wagt, gewinnt. Wer den Mut hat, seine Abwehrmechanismen zu erkennen und zu überwinden, erfährt eine tiefe Verschmelzung mit sich selbst. Einem Selbst, das immer da war und immer sein wird.

Das bewusste Erleben des Selbst führt zu einer neuen Dimension der Wahrnehmung. Plötzlich sind da keine Hindernisse mehr, sondern ein Feld unendlicher Möglichkeiten: jenseits des eingebildeten Zaunes, der uns von unserer wahren Grenzenlosigkeit trennt.

 

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In einer Welt, in der das Offensichtliche selten hinterfragt wird, lädt „Ein Riss in der Realität“ dazu ein, tiefer zu blicken und die unsichtbaren Fäden zu entdecken, die unser Sein durchdringen. Dieses Buch versammelt 24 inspirierende Essays, die ursprünglich als Adventskalender auf Nicole Paskows Blog entstanden sind.

Jeder Text öffnet ein neues Fenster in die Weiten unseres Bewusstseins und ermutigt den Leser, die wahre Natur des Menschseins zu erkunden. Es ist eine Einladung, mit den inneren Augen zu sehen und die Klarheit zu finden, die in der Essenz unserer Existenz verborgen liegt.