Auftragen.Polieren.
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In einer Welt, in der das Offensichtliche selten hinterfragt wird, lädt „Ein Riss in der Realität“ dazu ein, tiefer zu blicken und die unsichtbaren Fäden zu entdecken, die unser Sein durchdringen. Dieses Buch versammelt 24 inspirierende Essays, die ursprünglich als Adventskalender auf Nicole Paskows Blog entstanden sind.
Jeder Text öffnet ein neues Fenster in die Weiten unseres Bewusstseins und ermutigt den Leser, die wahre Natur des Menschseins zu erkunden. Es ist eine Einladung, mit den inneren Augen zu sehen und die Klarheit zu finden, die in der Essenz unserer Existenz verborgen liegt.

Liebe Nicole, es dauerte etwas, bis mich dein Text wie ein Blitzschlag erreichte. Und wie sehr fand ich mich darin wieder.
Auch heute noch, nach 77 Jahren bin ich noch auf der Suche nach dem einfachen Sein. Es gelingt mir langsam immer öfter. Bis wieder einmal, wie ein Gewitter, der Kopf
Meine Seele besiegt.
Danke für deinen Text. Er ist wie ein samenkorn in mir, und ich lasse es wachsen, bis ich es endlich ernten kann.
Lieber Bert, es ist schön, dass du dich in dem Text wiederfindest. Nur an einer Stelle würde ich widersprechen: Für mich muss die Seele den Kopf nicht besiegen, und das einfache Sein liegt auch nicht erst am Ende einer Suche. Das Gewitter ebenso Teil der vollständigen Erfahrung wie die Stille danach.
Es gibt nichts zu ernten, was nicht schon in diesem Augenblick geschieht. LG Nicole
Auf einem Bein kann man in der Tat nicht laufen, liebe Nicole.
So faszinierend die Welt der geistigen Erkenntnisse auch sein mag, so sind es doch letztlich die tatsächlich in körperlicher Präsenz erlebenten Erfahrungen (nicht das Denken) des gegenwärtigen Momentes in all seiner Lebendigkeit weshalb wir hier sind.
Das direkt im Körper Erfahrene ist das Samenkorn aus dem etwas wachsen und gedeihen kann und das uns zur gelebten Weisheit führt.
Über kurz oder lang treffen wir uns alle auf diesem Weg wieder.
Ganz herzlichen Gruß,
Sabine
Liebe Sabine, vielleicht liegt hier ein Missverständnis. Mit Jnana Yoga und Karma Yoga beschreibe ich keine spirituelle Rangordnung und auch keinen Weg, auf dem einige schon weiter sind als andere. Gemeint sind verschiedene Zugänge zur direkten Erfahrung. Geistige Erkenntnis, körperliches Tun und die Bewegung des Herzens (Bhakti Yoga) gehören zusammen und bilden erst in ihrer Verbindung eine vollständige Erfahrung des Lebens. Deshalb geht es mir auch nicht darum, dass wir uns irgendwann „auf diesem Weg wieder treffen“. Es gibt hier keinen höheren Punkt, an dem jemand bereits wartet. Es geht darum, das, was geschieht, vollständig zu erfahren. LG Nicole
Liebe Nicole,
dieses einfache Sein, das mich schon ganz er- und ausfüllt, dass nicht bedrängt, bedacht oder reorganisiert werden muss. Das sich ganz erlebt, weil nichts davon entfernt werden muss, weil dadurch nur Nichtsein in diese Anwesenheit eindringen würde und somit das Karussell erst seine Kreise zieht. Einfach Sein ist schon genug so empfinde ich das momentan auch für mich.
Liebe Christine, Dein Kommentar beschreibt sehr stark das ruhende Sein. Mein Text handelt jedoch gerade davon, dass Anwesenheit sich nicht nur im Stillwerden zeigt, sondern ebenso im Tun, im Körper, in Anstrengung und unmittelbarer Erfahrung. Das ist für mich keine Entfernung vom Sein, sondern seine Verkörperung. LG Nicole
Liebe Nicole,
Dein Text hat mich sehr angesprochen. Besonders die Bewegung vom geistigen Durchdringen hin zum unmittelbaren Tun hast Du wunderbar lebendig beschrieben. Dass sich Präsenz nicht nur in der Stille, sondern ebenso beim Abräumen, Spülen, Tischdecken und in der Begegnung mit Menschen zeigen kann, empfinde ich als einen starken Gedanken.
Eine Stelle hat mich besonders beschäftigt: Du schreibst, Du seist nicht zu Wiederholungen geboren – und findest nun gerade in den täglichen Wiederholungen eine neue Lebendigkeit. Vielleicht war also nicht die Wiederholung selbst das Problem, sondern das fehlende Leben darin.
Bei dem Satz „Der Widerstand bin ich. Ich überwinde mich“ würde ich lediglich eine kleine Unterscheidung machen. Nicht jeder Widerstand muss überwunden werden. Manchmal weist er auch auf eine gesunde Grenze, auf Erschöpfung oder ein notwendiges Nein hin. Vielleicht besteht die eigentliche Kunst darin, zu erkennen, welcher Widerstand uns begrenzt und welcher uns schützt.
Danke für diesen offenen und sehr anschaulichen Text. Er zeigt für mich, dass Erkenntnis nicht nur verstanden, sondern im Leben verkörpert werden will.
Herzliche Grüße
Olaf
Olaf, danke für deinen Gedanken zum Widerstand
diese Unterscheidung finde ich sehr wert- und sinnvoll
Lieber Olaf, Deinen Einwand zur Grenze halte ich für sehr wichtig. Selbstverständlich kann Widerstand auf Erschöpfung, Gefahr oder ein notwendiges Nein hinweisen, und kein Mensch sollte die Überwindung seiner selbst mit Selbstübergehung verwechseln.
Gleichzeitig meine ich den Satz „Der Widerstand bin ich. Ich überwinde mich“ tatsächlich auch in einem absoluten Sinn. Sobald eine Erfahrung bereits geschieht und in diesem Augenblick nicht mehr verhindert werden kann, entsteht ein großer Teil des Leidens durch den inneren Kampf gegen das, was ist. Sich selbst zu überwinden heißt dann, diese zweite Verhärtung aufzugeben und so durchlässig zu werden, dass die Erfahrung vollständig geschehen kann.
Das bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss. Man darf gehen, sich wehren oder eine Grenze setzen. Entscheidend ist nur, ob diese Reaktion aus Klarheit kommt oder aus dem inneren Kampf gegen das, was längst geschieht.
Ein notwendiges Nein kann sehr wach und unmittelbar sein. Der andere Widerstand hält innerlich fest und sagt: Das darf nicht sein. Genau dieser Widerstand trennt uns von der Erfahrung.
In diesem Sinn bleibt der Satz für mich wahr. Sich zu überwinden bedeutet nicht, sich zu missachten. Es bedeutet, jene innere Instanz zu überschreiten, die dem Leben vorschreiben will, welche Erfahrung stattfinden darf. Danke für die Anregung zur Vertiefung! LG Nicole
Liebe Nicole, danke für Deine ausführliche und klare Erläuterung. Mit der Unterscheidung zwischen einem Widerstand, der auf eine notwendige Grenze hinweist, und dem zusätzlichen inneren Kampf gegen etwas, das bereits geschieht, kann ich Deinen Satz nun besser einordnen. So verstanden gehe ich mit Dir mit.
Danke auch Dir, Valentina, für Deine Rückmeldung.
Herzliche Grüße
Olaf