alles nur geträumt- anhören

von Nicole Paskow

 

Manchmal habe ich den Eindruck, ich bin wie eine Figur in einem Film, deren Leben beobachtet wird von einem körperlosen Zuschauer. Die Figur Nicole weiß, aus unerfindlichen Gründen, vom Zuschauer und versucht die ganze Zeit ihn zu sehen. Doch dann gibt es einen Switch und ich rutsche in den Zuschauer hinein und bin nun er und er ist ich. Ich schaue durch Nicoles Augen, bin aber der Zuschauer, der weiß, dass er durch sie schaut und sie mitsamt all ihrer Regungen und Gefühle, ihres Körpers und ihrer Umwelt wahrnimmt.

Manchmal verliert er die Selbstperspektive und rutscht so tief in Nicoles Wahrnehmung hinein, dass er sich vergisst. Dann bin ich Nicole und versuche mich wiederzukriegen als Zuschauer, der mich als sich selbst sieht, denn es ist ungeheuer anstrengend in Nicole, wenn sie nichts von mir als Zuschauer weiß.

Und das dreht sich dann in meinem Kopf. Und rüttelt und schüttelt und schwankt. Bis es still wird.

Ich sehe einfach

Und dann sehe ich ohne Gedanken und sehe einfach. Ich sehe die Blüten einer Lilie, fahre ihre Stängel entlang, ihren Stempel hinauf und hinab und falle in ihre herrlichen Farben und in ihren süßlichen, leicht morbiden Duft und sehe: Das bin ICH.

Was ich sehe, kann nichts anderes als ich selbst sein, weil nur ich um diesen Augenblick weiß. Um diesen Augenblick und um diese Lilie, jetzt gerade. Ohne mich existiert sie nicht. Denn dann weiß niemand um sie, so wie ich. Die Lilie braucht mein Wissen um sie, damit sie existieren kann. Jedes „Ding“ benötigt das Wissen um es, damit es existieren kann.

Nichts existiert ohne das Wissen darum. Wahres Wissen kennt nur seinen Inhalt und der Inhalt des wahren Wissens ist nicht von ihm getrennt. Wissen kann nur um sich selbst wissen. Die Lilie ist nur eine Variante von mir selbst als das Wissen um sie. Ich, das Wissen, erscheine mir, dem Wissenden (Zuschauer) als das Gewusste (Nicole. Die Lilie.).

Nur Eins in allen Varianten

Der unsichtbare Zuschauer sieht sich selbst zu, wie er in unterschiedlichsten Varianten auf dem eigenen Bildschirm erscheint. Er sieht seiner eigenen Schöpfung zu, die er in dem Moment erschafft, wo er hinsieht. Dieses Wissen ist absolut leer, es weiß nicht, was sichtbar wird, (es hat keine Motivation wohin es sieht) bevor es sichtbar wird – deshalb erscheint genau das, was für sich selbst, in diesem Augenblick des Hinsehens, sichtbar oder weniger sichtbar ist.

Und das hängt davon ab, wie viel Prozent seiner selbst für sich selbst sichtbar ist. Je weniger Selbst-bewusstsein im Wissensfeld existiert, um so unangenehmer sind die Erfahrungen, die der Zuschauer erfährt.

Und das ist der Bogen: Das, was ich sehe, bin ich. Das, was ICH BIN, ist das Wissen um alles. Ich bin reines, leeres Wissen. Das, was ich sehe, kann nur aus Wissen bestehen, weil nichts außerhalb des Wissens existiert. Nichts existiert ohne das Wissen, oder anders gesagt, nichts existiert, ohne die Wahrnehmung davon.

Wie war das mit der Materie?

Deshalb gibt es keine Materie, die vor dem Wissen um sie da ist. (Auch wenn die Wissenschaft das immer noch behauptet oder sogar meint, dass Materie Bewusstsein erschafft. Sie ignoriert einfach die Tatsache, dass Bewusstsein zuerst da sein muss, um Materie überhaupt wahrzunehmen.)

Materie ist also eine Variante des Wissens um sie. Ich nehme nicht den Stuhl wahr, dessen Lehne meine Fingerkuppen entlangfahren. Ich nehme das Wissen über die Beschaffenheit einer Sache, die den Namen Stuhllehne trägt, wahr. Es nimmt sich selbst als solches wahr. Ganz einfach. 😉

Also existiert da kein Stuhl und es existieren keine Finger, die eine Lehne entlanggleiten – für sich allein genommen. Sie existieren nur im Kontext des Wissens um sie.

Sagen wir es doch einfach so:

Ein unsichtbares Wissensfeld weiß durch einen Wissenden, um sich selbst als die Erfahrung der Welt.  (Was ist die Substanz von Wissen? Ich denke gerade an Federn und sie wiegen Tonnen, verglichen mit der Leichtigkeit von Wissen)

Oder sagen wir es so: Gott sieht sich durch alle menschlichen Sinne selbst. Oder: Nicole ist eine Variante Gottes, durch die er sich selbst als alles, was Nicole wahrnimmt, erfährt. Es gibt derzeit wohl sieben Milliarden Varianten Gottes. Und Gott ist das immergleiche leere Wissen darin.

Aber ich mag den Gottesbegriff nicht gern, weil er so besetzt ist. Die Christen würden mich jetzt blasphemisch schimpfen … Weil sie sich selbst auf ewig in der Kleinheit vor Gottes Größe sehen wollen. Damit sie das ungeteilte Sein (Das Paradies) weiterhin nach dem Tod verorten können, um sich endlos den dualistischen Belangen der Welt widmen zu können.

Es macht einfach mehr Spaß –

im Spannungsfeld einer existent geglaubten Kluft zwischen Gut und Böse. Man kann sich da so richtig doll spüren im Drama der Weltunordnung, die wir dann wiederum Gott überlassen als unzuverlässigen Aufräumer …

Alles nur geträumt! Von wem? Tja… Das kann nur Ich wissen. Und Du auch, weil Du auch Ich bist.

TatüüüTataaa

 

 

 

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